Die Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen

Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen

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PRÄAMBEL[↑]

Wir, die Völ­ker der Ver­ein­ten Natio­nen — fest ent­schlos­sen, künf­ti­ge Geschlech­ter vor der Gei­ßel des Krie­ges zu bewah­ren, die zwei­mal zu unse­ren Leb­zei­ten unsag­ba­res Leid über die Mensch­heit gebracht hat, unse­ren Glau­ben an die Grund­rech­te des Men­schen, an Wür­de und Wert der mensch­li­chen Per­sön­lich­keit, an die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau sowie von allen Natio­nen, ob groß oder klein, erneut zu bekräf­ti­gen, Bedin­gun­gen zu schaf­fen, unter denen Gerech­tig­keit und die Ach­tung vor den Ver­pflich­tun­gen aus Ver­trä­gen und ande­ren Quel­len des Völ­ker­rechts gewahrt wer­den kön­nen, den sozia­len Fort­schritt und einen bes­se­ren Lebens­stan­dard in grö­ße­rer Frei­heit zu för­dern,

UND FÜR DIESE ZWECKE

Duld­sam­keit zu üben und als gute Nach­barn in Frie­den mit­ein­an­der zu leben, unse­re Kräf­te zu ver­ei­nen, um den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu wah­ren, Grund­sät­ze anzu­neh­men und Ver­fah­ren ein­zu­füh­ren, die gewähr­leis­ten, daß Waf­fen­ge­walt nur noch im gemein­sa­men Inter­es­se ange­wen­det wird, und inter­na­tio­na­le Ein­rich­tun­gen in Anspruch zu neh­men, um den wirt­schaft­li­chen und sozia­len Fort­schritt aller Völ­ker zu för­dern -

HABEN BESCHLOSSEN, IN UNSEREM BEMÜHEN UM DIE ERREICHUNG DIESER ZIELE ZUSAMMENZUWIRKEN.

Dem­entspre­chend haben unse­re Regie­run­gen durch ihre in der Stadt San Fran­zis­ko ver­sam­mel­ten Ver­tre­ter, deren Voll­mach­ten vor­ge­legt und in guter und gehö­ri­ger Form befun­den wur­den, die­se Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ange­nom­men und errich­ten hier­mit eine inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on, die den Namen „Ver­ein­te Natio­nen“ füh­ren soll.

 

KAPITEL I — Zie­le und Grund­sät­ze[↑]

Arti­kel 1

Die Ver­ein­ten Natio­nen set­zen sich fol­gen­de Zie­le:

  1. den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu wah­ren und zu die­sem Zweck wirk­sa­me Kol­lek­tiv­maß­nah­men zu tref­fen, um Bedro­hun­gen des Frie­dens zu ver­hü­ten und zu besei­ti­gen, Angriffs­hand­lun­gen und ande­re Frie­dens­brü­che zu unter­drü­cken und inter­na­tio­na­le Strei­tig­kei­ten oder Situa­tio­nen, die zu einem Frie­dens­bruch füh­ren könn­ten, durch fried­li­che Mit­tel nach den Grund­sät­zen der Gerech­tig­keit und des Völ­ker­rechts zu berei­ni­gen oder bei­zu­le­gen;
  2. freund­schaft­li­che, auf der Ach­tung vor dem Grund­satz der Gleich­be­rech­ti­gung und Selbst­be­stim­mung der Völ­ker beru­hen­de Bezie­hun­gen zwi­schen den Natio­nen zu ent­wi­ckeln und ande­re geeig­ne­te Maß­nah­men zur Fes­ti­gung des Welt­frie­dens zu tref­fen;
  3. eine inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit her­bei­zu­füh­ren, um inter­na­tio­na­le Pro­ble­me wirt­schaft­li­cher, sozia­ler, kul­tu­rel­ler und huma­ni­tä­rer Art zu lösen und die Ach­tung vor den Men­schen­rech­ten und Grund­frei­hei­ten für alle ohne Unter­schied der Ras­se, des Geschlechts, der Spra­che oder der Reli­gi­on zu för­dern und zu fes­ti­gen;
  4. ein Mit­tel­punkt zu sein, in dem die Bemü­hun­gen der Natio­nen zur Ver­wirk­li­chung die­ser gemein­sa­men Zie­le auf­ein­an­der abge­stimmt wer­den.

 

 

Arti­kel 2

Die Orga­ni­sa­ti­on und ihre Mit­glie­der han­deln im Ver­folg der in Arti­kel 1 dar­ge­leg­ten Zie­le nach fol­gen­den Grund­sät­zen:

  1. Die Orga­ni­sa­ti­on beruht auf dem Grund­satz der sou­ve­rä­nen Gleich­heit aller ihrer Mit­glie­der.
  2. Alle Mit­glie­der erfül­len, um ihnen allen die aus der Mit­glied­schaft erwach­sen­den Rech­te und Vor­tei­le zu sichern, nach Treu und Glau­ben die Ver­pflich­tun­gen, die sie mit die­ser Char­ta über­neh­men.
  3. Alle Mit­glie­der legen ihre inter­na­tio­na­len Strei­tig­kei­ten durch fried­li­che Mit­tel so bei, daß der Welt­frie­de, die inter­na­tio­na­le Sicher­heit und die Gerech­tig­keit nicht gefähr­det wer­den.
  4. Alle Mit­glie­der unter­las­sen in ihren inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen jede gegen die ter­ri­to­ria­le Unver­sehrt­heit oder die poli­ti­sche Unab­hän­gig­keit eines Staa­tes gerich­te­te oder sonst mit den Zie­len der Ver­ein­ten Natio­nen unver­ein­ba­re Andro­hung oder Anwen­dung von Gewalt.
  5. Alle Mit­glie­der leis­ten den Ver­ein­ten Natio­nen jeg­li­chen Bei­stand bei jeder Maß­nah­me, wel­che die Orga­ni­sa­ti­on im Ein­klang mit die­ser Char­ta ergreift; sie leis­ten einem Staat, gegen den die Orga­ni­sa­ti­on Vor­beu­gungs- oder Zwangs­maß­nah­men ergreift, kei­nen Bei­stand.
  6. Die Orga­ni­sa­ti­on trägt dafür Sor­ge, daß Staa­ten, die nicht Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen sind, inso­weit nach die­sen Grund­sät­zen han­deln, als dies zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit erfor­der­lich ist.
  7. Aus die­ser Char­ta kann eine Befug­nis der Ver­ein­ten Natio­nen zum Ein­grei­fen in Ange­le­gen­hei­ten, die ihrem Wesen nach zur inne­ren Zustän­dig­keit eines Staa­tes gehö­ren, oder eine Ver­pflich­tung der Mit­glie­der, sol­che Ange­le­gen­hei­ten einer Rege­lung auf Grund die­ser Char­ta zu unter­wer­fen, nicht abge­lei­tet wer­den; die Anwen­dung von Zwangs­maß­nah­men nach Kapi­tel VII wird durch die­sen Grund­satz nicht berührt.

 

KAPITEL II — Mit­glied­schaft[↑]

Arti­kel 3

Ursprüng­li­che Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen sind die Staa­ten, wel­che an der Kon­fe­renz der Ver­ein­ten Natio­nen über eine Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on in San Fran­zis­ko teil­ge­nom­men oder bereits vor­her die Erklä­rung der Ver­ein­ten Natio­nen vom 1. Janu­ar 1942 unter­zeich­net haben und nun­mehr die­se Char­ta unter­zeich­nen und nach Arti­kel 110 rati­fi­zie­ren.

 

Arti­kel 4

(1) Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen kön­nen alle sons­ti­gen fried­lie­ben­den Staa­ten wer­den, wel­che die Ver­pflich­tun­gen aus die­ser Char­ta über­neh­men und nach dem Urteil der Orga­ni­sa­ti­on fähig und wil­lens sind, die­se Ver­pflich­tun­gen zu erfül­len.

(2) Die Auf­nah­me eines sol­chen Staa­tes als Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen erfolgt auf Emp­feh­lung des Sicher­heits­rats durch Beschluß der Gene­ral­ver­samm­lung.

 

Arti­kel 5

Einem Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen, gegen das der Sicher­heits­rat Vor­beu­gungs- oder Zwangs­maß­nah­men getrof­fen hat, kann die Gene­ral­ver­samm­lung auf Emp­feh­lung des Sicher­heits­rats die Aus­übung der Rech­te und Vor­rech­te aus sei­ner Mit­glied­schaft zeit­wei­lig ent­zie­hen. Der Sicher­heits­rat kann die Aus­übung die­ser Rech­te und Vor­rech­te wie­der zulas­sen.

 

Arti­kel 6

Ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen, das die Grund­sät­ze die­ser Char­ta beharr­lich ver­letzt, kann auf Emp­feh­lung des Sicher­heits­rats durch die Gene­ral­ver­samm­lung aus der Orga­ni­sa­ti­on aus­ge­schlos­sen wer­den.

 

KAPITEL III — Orga­ne[↑]

Arti­kel 7

(1) Als Haupt­or­ga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen wer­den eine Gene­ral­ver­samm­lung, ein Sicher­heits­rat, ein Wirt­schafts- und Sozi­al­rat, ein Treu­hand­rat, ein Inter­na­tio­na­ler Gerichts­hof und ein Sekre­ta­ri­at ein­ge­setzt.

(2) Je nach Bedarf kön­nen in Über­ein­stim­mung mit die­ser Char­ta Neben­or­ga­ne ein­ge­setzt wer­den.

 

Arti­kel 8

Die Ver­ein­ten Natio­nen schrän­ken hin­sicht­lich der Anwart­schaft auf alle Stel­len in ihren Hauptund Neben­or­ga­nen die Gleich­be­rech­ti­gung von Män­nern und Frau­en nicht ein.

 

KAPITEL IV — Die Gene­ral­ver­samm­lung[↑]

– Zusam­men­set­zung[↑]

Arti­kel 9

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung besteht aus allen Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen.

(2) Jedes Mit­glied hat höchs­tens fünf Ver­tre­ter in der Gene­ral­ver­samm­lung.
— Auf­ga­ben und Befug­nis­se

Arti­kel 10

Die Gene­ral­ver­samm­lung kann alle Fra­gen und Ange­le­gen­hei­ten erör­tern, die in den Rah­men die­ser Char­ta fal­len oder Befug­nis­se und Auf­ga­ben eines in die­ser Char­ta vor­ge­se­he­nen Organs betref­fen; vor­be­halt­lich des Arti­kels 12 kann sie zu die­sen Fra­gen und Ange­le­gen­hei­ten Emp­feh­lun­gen an die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen oder den Sicher­heits­rat oder an bei­de rich­ten.

 

Arti­kel 11

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung kann sich mit den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der Zusam­men­ar­beit zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit ein­schließ­lich der Grund­sät­ze für die Abrüs­tung und Rüs­tungs­re­ge­lung befas­sen und in bezug auf die­se Grund­sät­ze Emp­feh­lun­gen an die Mit­glie­der oder den Sicher­heits­rat oder an bei­de rich­ten.

(2) Die Gene­ral­ver­samm­lung kann alle die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit betref­fen­den Fra­gen erör­tern, die ihr ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen oder der Sicher­heits­rat oder nach Arti­kel 35 Absatz 2 ein Nicht­mit­glied­staat der Ver­ein­ten Natio­nen vor­legt; vor­be­halt­lich des Arti­kels 12 kann sie zu die­sen Fra­gen Emp­feh­lun­gen an den oder die betref­fen­den Staa­ten oder den Sicher­heits­rat oder an bei­de rich­ten. Macht eine der­ar­ti­ge Fra­ge Maß­nah­men erfor­der­lich, so wird sie von der Gene­ral­ver­samm­lung vor oder nach der Erör­te­rung an den Sicher­heits­rat über­wie­sen.

(3) Die Gene­ral­ver­samm­lung kann die Auf­merk­sam­keit des Sicher­heits­rats auf Situa­tio­nen len­ken, die geeig­net sind, den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu gefähr­den.

(4) Die in die­sem Arti­kel auf­ge­führ­ten Befug­nis­se der Gene­ral­ver­samm­lung schrän­ken die all­ge­mei­ne Trag­wei­te des Arti­kels 10 nicht ein.

 

Arti­kel 12

(1) Solan­ge der Sicher­heits­rat in einer Strei­tig­keit oder einer Situa­ti­on die ihm in die­ser Char­ta zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben wahr­nimmt, darf die Gene­ral­ver­samm­lung zu die­ser Strei­tig­keit oder Situa­ti­on kei­ne Emp­feh­lung abge­ben, es sei denn auf Ersu­chen des Sicher­heits­rats.

(2) Der Gene­ral­se­kre­tär unter­rich­tet mit Zustim­mung des Sicher­heits­rats die Gene­ral­ver­samm­lung bei jeder Tagung über alle die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit betref­fen­den Ange­le­gen­hei­ten, die der Sicher­heits­rat behan­delt; des­glei­chen unter­rich­tet er unver­züg­lich die Gene­ral­ver­samm­lung oder, wenn die­se nicht tagt, die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen, sobald der Sicher­heits­rat die Behand­lung einer sol­chen Ange­le­gen­heit ein­stellt.

 

Arti­kel 13

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung ver­an­laßt Unter­su­chun­gen und gibt Emp­feh­lun­gen ab,

  1. um die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf poli­ti­schem Gebiet zu för­dern und die fort­schrei­ten­de Ent­wick­lung des Völ­ker­rechts sowie sei­ne Kodi­fi­zie­rung zu begüns­ti­gen;
  2. um die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf den Gebie­ten der Wirt­schaft, des Sozi­al­we­sens, der Kul­tur, der Erzie­hung und der Gesund­heit zu för­dern und zur Ver­wirk­li­chung der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten für alle ohne Unter­schied der Ras­se, des Geschlechts, der Spra­che oder der Reli­gi­on bei­zu­tra­gen.

(2) Die wei­te­ren Ver­ant­wort­lich­kei­ten, Auf­ga­ben und Befug­nis­se der Gene­ral­ver­samm­lung in bezug auf die in Absatz 1 Buch­sta­be b genann­ten Ange­le­gen­hei­ten sind in den Kapi­teln IX und X dar­ge­legt.

 

Arti­kel 14

Vor­be­halt­lich des Arti­kels 12 kann die Gene­ral­ver­samm­lung Maß­nah­men zur fried­li­chen Berei­ni­gung jeder Situa­ti­on emp­feh­len, gleich­viel wie sie ent­stan­den ist, wenn die­se Situa­ti­on nach ihrer Auf­fas­sung geeig­net ist, das all­ge­mei­ne Wohl oder die freund­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zwi­schen Natio­nen zu beein­träch­ti­gen; dies gilt auch für Situa­tio­nen, die aus einer Ver­let­zung der Bestim­mun­gen die­ser Char­ta über die Zie­le und Grund­sät­ze der Ver­ein­ten Natio­nen ent­ste­hen.

 

Arti­kel 15

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung erhält und prüft Jah­res­be­rich­te und Son­der­be­rich­te des Sicher­heits­rats; die­se Berich­te ent­hal­ten auch eine Dar­stel­lung der Maß­nah­men, die der Sicher­heits­rat zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit beschlos­sen oder getrof­fen hat.

(2) Die Gene­ral­ver­samm­lung erhält und prüft Berich­te der ande­ren Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen.

 

Arti­kel 16

Die Gene­ral­ver­samm­lung nimmt die ihr bezüg­lich des inter­na­tio­na­len Treu­hand­sys­tems in den Kapi­teln XII und XIII zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben wahr; hier­zu gehört die Geneh­mi­gung der Treu­hand­ab­kom­men für Gebie­te, die nicht als stra­te­gi­sche Zonen bezeich­net sind.

 

Arti­kel 17

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung prüft und geneh­migt den Haus­halts­plan der Orga­ni­sa­ti­on.

(2) Die Aus­ga­ben der Orga­ni­sa­ti­on wer­den von den Mit­glie­dern nach einem von der Gene­ral­ver­samm­lung fest­zu­set­zen­den Ver­tei­lungs­schlüs­sel getra­gen.

(3) Die Gene­ral­ver­samm­lung prüft und geneh­migt alle Finanz- und Haus­halts­ab­ma­chun­gen mit den in Arti­kel 57 bezeich­ne­ten Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen; sie prüft deren Ver­wal­tungs­haus­halt mit dem Ziel, Emp­feh­lun­gen an sie zu rich­ten.

 

– Abstim­mung[↑]

Arti­kel 18

(1) Jedes Mit­glied der Gene­ral­ver­samm­lung hat eine Stim­me.

(2) Beschlüs­se der Gene­ral­ver­samm­lung über wich­ti­ge Fra­gen bedür­fen einer Zwei­drit­tel­mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Mit­glie­der. Zu die­sen Fra­gen gehö­ren: Emp­feh­lun­gen hin­sicht­lich der Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit, die Wahl der nicht­stän­di­gen Mit­glie­der des Sicher­heits­rats, die Wahl der Mit­glie­der des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats, die Wahl von Mit­glie­dern des Treu­hand­rats nach Arti­kel 86 Absatz 1 Buch­sta­be c, die Auf­nah­me neu­er Mit­glie­der in die Ver­ein­ten Natio­nen, der zeit­wei­li­ge Ent­zug der Rech­te und Vor­rech­te aus der Mit­glied­schaft, der Aus­schluß von Mit­glie­dern, Fra­gen betref­fend die Wir­kungs­wei­se des Treu­hand­sys­tems sowie Haus­halts­fra­gen.

(3) Beschlüs­se über ande­re Fra­gen, ein­schließ­lich der Bestim­mung wei­te­rer Grup­pen von Fra­gen, über die mit Zwei­drit­tel­mehr­heit zu beschlie­ßen ist, bedür­fen der Mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Mit­glie­der.

 

Arti­kel 19

Ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen, das mit der Zah­lung sei­ner finan­zi­el­len Bei­trä­ge an die Orga­ni­sa­ti­on im Rück­stand ist, hat in der Gene­ral­ver­samm­lung kein Stimm­recht, wenn der rück­stän­di­ge Betrag die Höhe der Bei­trä­ge erreicht oder über­steigt, die die­ses Mit­glied für die vor­aus­ge­gan­ge­nen zwei vol­len Jah­re schul­det. Die Gene­ral­ver­samm­lung kann ihm jedoch die Aus­übung des Stimm­rechts gestat­ten, wenn nach ihrer Über­zeu­gung der Zah­lungs­ver­zug auf Umstän­den beruht, die die­ses Mit­glied nicht zu ver­tre­ten hat.

 

– Ver­fah­ren[↑]

Arti­kel 20

Die Gene­ral­ver­samm­lung tritt zu ordent­li­chen Jah­res­ta­gun­gen und, wenn die Umstän­de es erfor­dern, zu außer­or­dent­li­chen Tagun­gen zusam­men. Außer­or­dent­li­che Tagun­gen hat der Gene­ral­se­kre­tär auf Antrag des Sicher­heits­rats oder der Mehr­heit der Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ein­zu­be­ru­fen.

 

Arti­kel 21

Die Gene­ral­ver­samm­lung gibt sich eine Geschäfts­ord­nung. Sie wählt für jede Tagung ihren Prä­si­den­ten.

 

Arti­kel 22

Die Gene­ral­ver­samm­lung kann Neben­or­ga­ne ein­set­zen, soweit sie dies zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben für erfor­der­lich hält.

 

KAPITEL V — Der Sicher­heits­rat[↑]

– Zusam­men­set­zung[↑]

Arti­kel 23

(1) Der Sicher­heits­rat besteht aus fünf­zehn Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen. Die Repu­blik Chi­na, Frank­reich, die Uni­on der Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­bli­ken, das Ver­ei­nig­te König­reich Groß­bri­tan­ni­en und Nord­ir­land sowie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sind stän­di­ge Mit­glie­der des Sicher­heits­rats. Die Gene­ra­l­er­samm­lung wählt zehn wei­te­re Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen zu nicht­stän­di­gen Mit­glie­dern des Sicher­heits­rats; hier­bei sind fol­gen­de Gesichts­punk­te beson­ders zu berück­sich­ti­gen: in ers­ter Linie der Bei­trag von Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit und zur Ver­wirk­li­chung der sons­ti­gen Zie­le der Orga­ni­sa­ti­on sowie fer­ner eine ange­mes­se­ne geo­gra­phi­sche Ver­tei­lung der Sit­ze.

(2) Die nicht­stän­di­gen Mit­glie­der des Sicher­heits­rats wer­den für zwei Jah­re gewählt. Bei der ers­ten Wahl der nicht­stän­di­gen Mit­glie­der, die nach Erhö­hung der Zahl der Rats­mit­glie­der von elf auf fünf­zehn statt­fin­det, wer­den zwei der vier zusätz­li­chen Mit­glie­der für ein Jahr gewählt. Aus­schei­den­de Mit­glie­der kön­nen nicht unmit­tel­bar wie­der­ge­wählt wer­den.

(3) Jedes Mit­glied des Sicher­heits­rats hat in die­sem einen Ver­tre­ter.

 

– Auf­ga­ben und Befug­nis­se[↑]

Arti­kel 24

(1) Um ein schnel­les und wirk­sa­mes Han­deln der Ver­ein­ten Natio­nen zu gewähr­leis­ten, über­tra­gen ihre Mit­glie­der dem Sicher­heits­rat die Haupt­ver­ant­wor­tung für die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit und erken­nen an, daß der Sicher­heits­rat bei der Wahr­neh­mung der sich aus die­ser Ver­ant­wor­tung erge­ben­den Pflich­ten in ihrem Namen han­delt.

(2) Bei der Erfül­lung die­ser Pflich­ten han­delt der Sicher­heits­rat im Ein­klang mit den Zie­len und Grund­sät­zen der Ver­ein­ten Natio­nen. Die ihm hier­für ein­ge­räum­ten beson­de­ren Befug­nis­se sind in den Kapi­teln VI, VII, VIII und XII auf­ge­führt.

(3) Der Sicher­heits­rat legt der Gene­ral­ver­samm­lung Jah­res­be­rich­te und erfor­der­li­chen­falls Son­der­be­rich­te zur Prü­fung vor.

 

Arti­kel 25

Die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen kom­men über­ein, die Beschlüs­se des Sicher­heits­rats im Ein­klang mit die­ser Char­ta anzu­neh­men und durch­zu­füh­ren.

 

Arti­kel 26

Um die Her­stel­lung und Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit so zu för­dern, daß von den mensch­li­chen und wirt­schaft­li­chen Hilfs­quel­len der Welt mög­lichst wenig für Rüs­tungs­zwe­cke abge­zweigt wird, ist der Sicher­heits­rat beauf­tragt, mit Unter­stüt­zung des in Arti­kel 47 vor­ge­se­he­nen Gene­ral­stabs­aus­schus­ses Plä­ne aus­zu­ar­bei­ten, die den Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen zwecks Errich­tung eines Sys­tems der Rüs­tungs­re­ge­lung vor­zu­le­gen sind.

 

– Abstim­mung[↑]

Arti­kel 27

(1) Jedes Mit­glied des Sicher­heits­rats hat eine Stim­me.

(2) Beschlüs­se des Sicher­heits­rats über Ver­fah­rens­fra­gen bedür­fen der Zustim­mung von neun Mit­glie­dern.

(3) Beschlüs­se des Sicher­heits­rats über alle sons­ti­gen Fra­gen bedür­fen der Zustim­mung von neun Mit­glie­dern ein­schließ­lich sämt­li­cher stän­di­gen Mit­glie­der, jedoch mit der Maß­ga­be, daß sich bei Beschlüs­sen auf Grund des Kapi­tels VI und des Arti­kels 52 Absatz 3 die Streit­par­tei­en der Stim­me ent­hal­ten.

 

– Ver­fah­ren[↑]

Arti­kel 28

(1) Der Sicher­heits­rat wird so orga­ni­siert, daß er sei­ne Auf­ga­ben stän­dig wahr­neh­men kann. Jedes sei­ner Mit­glie­der muß zu die­sem Zweck jeder­zeit am Sitz der Orga­ni­sa­ti­on ver­tre­ten sein.

(2) Der Sicher­heits­rat tritt regel­mä­ßig zu Sit­zun­gen zusam­men; bei die­sen kann jedes sei­ner Mit­glie­der nach Wunsch durch ein Regie­rungs­mit­glied oder durch einen ande­ren eigens hier­für bestell­ten Dele­gier­ten ver­tre­ten sein.

(3) Der Sicher­heits­rat kann außer am Sitz der Orga­ni­sa­ti­on auch an ande­ren Orten zusam­men­tre­ten, wenn dies nach sei­nem Urteil sei­ner Arbeit am dien­lichs­ten ist.

 

Arti­kel 29

Der Sicher­heits­rat kann Neben­or­ga­ne ein­set­zen, soweit er dies zur Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben für erfor­der­lich hält.

 

Arti­kel 30

Der Sicher­heits­rat gibt sich eine Geschäfts­ord­nung; in die­ser regelt er auch das Ver­fah­ren für die Wahl sei­nes Prä­si­den­ten.

 

Arti­kel 31

Ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen, das nicht Mit­glied des Sicher­heits­rats ist, kann ohne Stimm­recht an der Erör­te­rung jeder vor den Sicher­heits­rat gebrach­ten Fra­ge teil­neh­men, wenn die­ser der Auf­fas­sung ist, daß die Inter­es­sen die­ses Mit­glieds beson­ders betrof­fen sind.

 

Arti­kel 32

Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen, die nicht Mit­glied des Sicher­heits­rats sind, sowie Nicht­mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen wer­den ein­ge­la­den, an den Erör­te­run­gen des Sicher­heits­rats über eine Strei­tig­keit, mit der die­ser befaßt ist, ohne Stimm­recht teil­zu­neh­men, wenn sie Streit­par­tei sind. Für die Teil­nah­me eines Nicht­mit­glied­staats der Ver­ein­ten Natio­nen setzt der Sicher­heits­rat die Bedin­gun­gen fest, die er für gerecht hält.

 

KAPITEL VI — Die fried­li­che Bei­le­gung von Strei­tig­kei­ten[↑]

Arti­kel 33

(1) Die Par­tei­en einer Strei­tig­keit, deren Fort­dau­er geeig­net ist, die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit zu gefähr­den, bemü­hen sich zunächst um eine Bei­le­gung durch Ver­hand­lung, Unter­su­chung, Ver­mitt­lung, Ver­gleich, Schieds­spruch, gericht­li­che Ent­schei­dung, Inan­spruch­nah­me regio­na­ler Ein­rich­tun­gen oder Abma­chun­gen oder durch ande­re fried­li­che Mit­tel eige­ner Wahl.

(2) Der Sicher­heits­rat for­dert die Par­tei­en auf, wenn er dies für not­wen­dig hält, ihre Strei­tig­keit durch sol­che Mit­tel bei­zu­le­gen.

 

Arti­kel 34

Der Sicher­heits­rat kann jede Strei­tig­keit sowie jede Situa­ti­on, die zu inter­na­tio­na­len Rei­bun­gen füh­ren oder eine Strei­tig­keit her­vor­ru­fen könn­te, unter­su­chen, um fest­zu­stel­len, ob die Fort­dau­er der Strei­tig­keit oder der Situa­ti­on die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit gefähr­den könn­te.

 

Arti­kel 35

(1) Jedes Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen kann die Auf­merk­sam­keit des Sicher­heits­rats oder der Gene­ral­ver­samm­lung auf jede Strei­tig­keit sowie auf jede Situa­ti­on der in Arti­kel 34 bezeich­ne­ten Art len­ken.

(2) Ein Nicht­mit­glied­staat der Ver­ein­ten Natio­nen kann die Auf­merk­sam­keit des Sicher­heits­rats oder der Gene­ral­ver­samm­lung auf jede Strei­tig­keit len­ken, in der er Par­tei ist, wenn er im vor­aus hin­sicht­lich die­ser Strei­tig­keit die in die­ser Char­ta für eine fried­li­che Bei­le­gung fest­ge­leg­ten Ver­pflich­tun­gen annimmt.

(3) Das Ver­fah­ren der Gene­ral­ver­samm­lung in Ange­le­gen­hei­ten, auf die ihre Auf­merk­sam­keit gemäß die­sem Arti­kel gelenkt wird, bestimmt sich nach den Arti­keln 11 und 12.

 

Arti­kel 36

(1) Der Sicher­heits­rat kann in jedem Sta­di­um einer Strei­tig­keit im Sin­ne des Arti­kels 33 oder einer Situa­ti­on glei­cher Art geeig­ne­te Ver­fah­ren oder Metho­den für deren Berei­ni­gung emp­feh­len.

(2) Der Sicher­heits­rat soll alle Ver­fah­ren in Betracht zie­hen, wel­che die Par­tei­en zur Bei­le­gung der Strei­tig­keit bereits ange­nom­men haben.

(3) Bei sei­nen Emp­feh­lun­gen auf Grund die­ses Arti­kels soll der Sicher­heits­rat fer­ner berück­sich­ti­gen, daß Rechts­strei­tig­kei­ten im all­ge­mei­nen von den Par­tei­en dem Inter­na­tio­na­len Gerichts­hof im Ein­klang mit des­sen Sta­tut zu unter­brei­ten sind.

 

Arti­kel 37

(1) Gelingt es den Par­tei­en einer Strei­tig­keit der in Arti­kel 33 bezeich­ne­ten Art nicht, die­se mit den dort ange­ge­be­nen Mit­teln bei­zu­le­gen, so legen sie die Strei­tig­keit dem Sicher­heits­rat vor.

(2) Könn­te nach Auf­fas­sung des Sicher­heits­rats die Fort­dau­er der Strei­tig­keit tat­säch­lich die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit gefähr­den, so beschließt er, ob er nach Arti­kel 36 tätig wer­den oder die ihm ange­mes­sen erschei­nen­den Emp­feh­lun­gen für eine Bei­le­gung abge­ben will.

 

Arti­kel 38

Unbe­scha­det der Arti­kel 33 bis 37 kann der Sicher­heits­rat, wenn alle Par­tei­en einer Strei­tig­keit dies bean­tra­gen, Emp­feh­lun­gen zu deren fried­li­cher Bei­le­gung an die Streit­par­tei­en rich­ten.

 

KAPITEL VII — Maß­nah­men bei Bedro­hung oder Bruch des Frie­dens und bei Angriffs­hand­lun­gen[↑]

Arti­kel 39

Der Sicher­heits­rat stellt fest, ob eine Bedro­hung oder ein Bruch des Frie­dens oder eine Angriffs­hand­lung vor­liegt; er gibt Emp­feh­lun­gen ab oder beschließt, wel­che Maß­nah­men auf Grund der Arti­kel 41 und 42 zu tref­fen sind, um den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu wah­ren oder wie­der­her­zu­stel­len.

 

Arti­kel 40

Um einer Ver­schär­fung der Lage vor­zu­beu­gen, kann der Sicher­heits­rat, bevor er nach Arti­kel 39 Emp­feh­lun­gen abgibt oder Maß­nah­men beschließt, die betei­lig­ten Par­tei­en auf­for­dern, den von ihm für not­wen­dig oder erwünscht erach­te­ten vor­läu­fi­gen Maß­nah­men Fol­ge zu leis­ten. Die­se vor­läu­fi­gen Maß­nah­men las­sen die Rech­te, die Ansprü­che und die Stel­lung der betei­lig­ten Par­tei­en unbe­rührt. Wird den vor­läu­fi­gen Maß­nah­men nicht Fol­ge geleis­tet, so trägt der Sicher­heits­rat die­sem Ver­sa­gen gebüh­rend Rech­nung.

 

Arti­kel 41

Der Sicher­heits­rat kann beschlie­ßen, wel­che Maß­nah­men — unter Aus­schluß von Waf­fen­ge­walt — zu ergrei­fen sind, um sei­nen Beschlüs­sen Wirk­sam­keit zu ver­lei­hen; er kann die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen auf­for­dern, die­se Maß­nah­men durch­zu­füh­ren. Sie kön­nen die voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Unter­bre­chung der Wirt­schafts­be­zie­hun­gen, des Eisen­bahn-, See- und Luft­ver­kehrs, der Post-, Tele­gra­phen- und Funk­ver­bin­dun­gen sowie sons­ti­ger Ver­kehrs­mög­lich­kei­ten und den Abbruch der diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen ein­schlie­ßen.

 

Arti­kel 42

Ist der Sicher­heits­rat der Auf­fas­sung, daß die in Arti­kel 41 vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men unzu­läng­lich sein wür­den oder sich als unzu­läng­lich erwie­sen haben, so kann er mit Luft-, See- oder Land­streit­kräf­ten die zur Wah­rung oder Wie­der­her­stel­lung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit erfor­der­li­chen Maß­nah­men durch­füh­ren. Sie kön­nen Demons­tra­tio­nen, Blo­cka­den und sons­ti­ge Ein­sät­ze der Luft-, See- oder Land­streit­kräf­te von Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen ein­schlie­ßen.

 

Arti­kel 43

(1) Alle Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ver­pflich­ten sich, zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit dadurch bei­zu­tra­gen, daß sie nach Maß­ga­be eines oder meh­re­rer Son­der­ab­kom­men dem Sicher­heits­rat auf sein Ersu­chen Streit­kräf­te zur Ver­fü­gung stel­len, Bei­stand leis­ten und Erleich­te­run­gen ein­schließ­lich des Durch­marsch­rechts gewäh­ren, soweit dies zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit erfor­der­lich ist.

(2) Die­se Abkom­men haben die Zahl und Art der Streit­kräf­te, ihren Bereit­schafts­grad, ihren all­ge­mei­nen Stand­ort sowie die Art der Erleich­te­run­gen und des Bei­stands vor­zu­se­hen.

(3) Die Abkom­men wer­den auf Ver­an­las­sung des Sicher­heits­rats so bald wie mög­lich im Ver­hand­lungs­we­ge aus­ge­ar­bei­tet. Sie wer­den zwi­schen dem Sicher­heits­rat einer­seits und Ein­zel­mit­glie­dern oder Mit­glie­der­grup­pen ande­rer­seits geschlos­sen und von den Unter­zeich­ner­staa­ten nach Maß­ga­be ihres Ver­as­sungs­rechts rati­fi­ziert.

 

Arti­kel 44

Hat der Sicher­heits­rat die Anwen­dung von Gewalt beschlos­sen, so lädt er ein in ihm nicht ver­tre­te­nes Mit­glied, bevor er es zur Stel­lung von Streit­kräf­ten auf Grund der nach Arti­kel 43 über­nom­me­nen Ver­pflich­tun­gen auf­for­dert, auf des­sen Wunsch ein, an sei­nen Beschlüs­sen über den Ein­satz von Kon­tin­gen­ten der Streit­kräf­te die­ses Mit­glieds teil­zu­neh­men.

 

Arti­kel 45

Um die Ver­ein­ten Natio­nen zur Durch­füh­rung drin­gen­der mili­tä­ri­scher Maß­nah­men zu beähi­gen, hal­ten Mit­glie­der der Orga­ni­sa­ti­on Kon­tin­gen­te ihrer Luft­streit­kräf­te zum sofor­ti­gen Ein­satz bei gemein­sa­men inter­na­tio­na­len Zwangs­maß­nah­men bereit. Stär­ke und Bereit­schafts­grad die­ser Kon­tin­gen­te sowie die Plä­ne für ihre gemein­sa­men Maß­nah­men legt der Sicher­heits­rat mit Unter­stüt­zung des Gene­ral­stabs­aus­schus­ses im Rah­men der in Arti­kel 43 erwähn­ten Son­der­ab­kom­men fest.

 

Arti­kel 46

Die Plä­ne für die Anwen­dung von Waf­fen­ge­walt wer­den vom Sicher­heits­rat mit Unter­stüt­zung des Gene­ral­stabs­aus­schus­ses auf­ge­stellt.

 

Arti­kel 47

(1) Es wird ein Gene­ral­stabs­aus­schuß ein­ge­setzt, um den Sicher­heits­rat in allen Fra­gen zu bera­ten und zu unter­stüt­zen, die des­sen mili­tä­ri­sche Bedürf­nis­se zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit, den Ein­satz und die Füh­rung der dem Sicher­heits­rat zur Ver­fü­gung gestell­ten Streit­kräf­te, die Rüs­tungs­re­ge­lung und eine etwai­ge Abrüs­tung betref­fen.

(2) Der Gene­ral­stabs­aus­schuß besteht aus den Gene­ral­stabs­chefs der stän­di­gen Mit­glie­der des Sicher­heits­rats oder ihren Ver­tre­tern. Ein nicht stän­dig im Aus­schuß ver­tre­te­nes Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen wird vom Aus­schuß ein­ge­la­den, sich ihm zu asso­zi­ie­ren, wenn die Mit­ar­beit die­ses Mit­glieds für die wirk­sa­me Durch­füh­rung der Auf­ga­ben des Aus­schus­ses erfor­der­lich ist.

(3) Der Gene­ral­stabs­aus­schuß ist unter der Auto­ri­tät des Sicher­heits­rats für die stra­te­gi­sche Lei­tung aller dem Sicher­heits­rat zur Ver­fü­gung gestell­ten Streit­kräf­te ver­ant­wort­lich. Die Fra­gen bezüg­lich der Füh­rung die­ser Streit­kräf­te wer­den spä­ter gere­gelt.

(4) Der Gene­ral­stabs­aus­schuß kann mit Ermäch­ti­gung des Sicher­heits­rats nach Kon­sul­ta­ti­on mit geeig­ne­ten regio­na­len Ein­rich­tun­gen regio­na­le Unter­aus­schüs­se ein­set­zen.

 

Arti­kel 48

(1) Die Maß­nah­men, die für die Durch­füh­rung der Beschlüs­se des Sicher­heits­rats zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit erfor­der­lich sind, wer­den je nach dem Ermes­sen des Sicher­heits­rats von allen oder von eini­gen Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen getrof­fen.

(2) Die­se Beschlüs­se wer­den von den Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen unmit­tel­bar sowie durch Maß­nah­men in den geeig­ne­ten inter­na­tio­na­len Ein­rich­tun­gen durch­ge­führt, deren Mit­glie­der sie sind.

 

Arti­kel 49

Bei der Durch­füh­rung der vom Sicher­heits­rat beschlos­se­nen Maß­nah­men leis­ten die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ein­an­der gemein­sam han­delnd Bei­stand.

 

Arti­kel 50

Ergreift der Sicher­heits­rat gegen einen Staat Vor­beu­gungs- oder Zwangs­maß­nah­men, so kann jeder ande­re Staat, ob Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen oder nicht, den die Durch­füh­rung die­ser Maß­nah­men vor beson­de­re wirt­schaft­li­che Pro­ble­me stellt, den Sicher­heits­rat zwecks Lösung die­ser Pro­ble­me kon­sul­tie­ren.

 

Arti­kel 51

Die­se Char­ta beein­träch­tigt im Fal­le eines bewaff­ne­ten Angriffs gegen ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen kei­nes­wegs das natur­ge­ge­be­ne Recht zur indi­vi­du­el­len oder kol­lek­ti­ven Selbst­ver­tei­di­gung, bis der Sicher­heits­rat die zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit erfor­der­li­chen Maß­nah­men getrof­fen hat. Maß­nah­men, die ein Mit­glied in Aus­übung die­ses Selbst­ver­tei­di­gungs­rechts trifft, sind dem Sicher­heits­rat sofort anzu­zei­gen; sie berüh­ren in kei­ner Wei­se des­sen auf die­ser Char­ta beru­hen­de Befug­nis und Pflicht, jeder­zeit die Maß­nah­men zu tref­fen, die er zur Wah­rung oder Wie­der­her­stel­lung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit für erfor­der­lich hält.

 

KAPITEL VIII — Regio­na­le Abma­chun­gen[↑]

Arti­kel 52

(1) Die­se Char­ta schließt das Bestehen regio­na­ler Abma­chun­gen oder Ein­rich­tun­gen zur Behand­lung der­je­ni­gen die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit betref­fen­den Ange­le­gen­hei­ten nicht aus, bei denen Maß­nah­men regio­na­ler Art ange­bracht sind; Vor­aus­set­zung hier­für ist, daß die­se Abma­chun­gen oder Ein­rich­tun­gen und ihr Wir­ken mit den Zie­len und Grund­sät­zen der Ver­ein­ten Natio­nen ver­ein­bar sind.

(2) Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen, die sol­che Abma­chun­gen tref­fen oder sol­che Ein­rich­tun­gen schaf­fen, wer­den sich nach bes­ten Kräf­ten bemü­hen, durch Inan­spruch­nah­me die­ser Abma­chun­gen oder Ein­rich­tun­gen ört­lich begrenz­te Strei­tig­kei­ten fried­lich bei­zu­le­gen, bevor sie den Sicher­heits­rat damit befas­sen.

(3) Der Sicher­heits­rat wird die Ent­wick­lung des Ver­fah­rens för­dern, ört­lich begrenz­te Strei­tig­kei­ten durch Inan­spruch­nah­me die­ser regio­na­len Abma­chun­gen oder Ein­rich­tun­gen fried­lich bei­zu­le­gen, sei es auf Ver­an­las­sung der betei­lig­ten Staa­ten oder auf Grund von Über­wei­sun­gen durch ihn selbst.

(4) Die Anwen­dung der Arti­kel 34 und 35 wird durch die­sen Arti­kel nicht beein­träch­tigt.

 

Arti­kel 53

(1) Der Sicher­heits­rat nimmt gege­be­nen­falls die­se regio­na­len Abma­chun­gen oder Ein­rich­tun­gen zur Durch­füh­rung von Zwangs­maß­nah­men unter sei­ner Auto­ri­tät in Anspruch. Ohne Ermäch­ti­gung des Sicher­heits­rats dür­fen Zwangs­maß­nah­men auf Grund regio­na­ler Abma­chun­gen oder sei­tens regio­na­ler Ein­rich­tun­gen nicht ergrif­fen wer­den; aus­ge­nom­men sind Maß­nah­men gegen einen Feind­staat im Sin­ne des Absat­zes 2, soweit sie in Arti­kel 107 oder in regio­na­len, gegen die Wie­der­auf­nah­me der Angriffs­po­li­tik eines sol­chen Staa­tes gerich­te­ten Abma­chun­gen vor­ge­se­hen sind; die Aus­nah­me gilt, bis der Orga­ni­sa­ti­on auf Ersu­chen der betei­lig­ten Regie­run­gen die Auf­ga­be zuge­wie­sen wird, neue Angrif­fe eines sol­chen Staa­tes zu ver­hü­ten.

(2) Der Aus­druck „Feind­staat“ in Absatz 1 bezeich­net jeden Staat, der wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs Feind eines Unter­zeich­ners die­ser Char­ta war.

 

Arti­kel 54

Der Sicher­heits­rat ist jeder­zeit voll­stän­dig über die Maß­nah­men auf dem lau­fen­den zu hal­ten, die zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit auf Grund regio­na­ler Abma­chun­gen oder sei­tens regio­na­ler Ein­rich­tun­gen getrof­fen oder in Aus­sicht genom­men wer­den.

 

KAPITEL IX — Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf wirt­schaft­li­chem und sozia­lem Gebiet[↑]

Arti­kel 55

Um jenen Zustand der Sta­bi­li­tät und Wohl­fahrt her­bei­zu­füh­ren, der erfor­der­lich ist, damit zwi­schen den Natio­nen fried­li­che und freund­schaft­li­che, auf der Ach­tung vor dem Grund­satz der Gleich­be­rech­ti­gung und Selbst­be­stim­mung der Völ­ker beru­hen­de Bezie­hun­gen herr­schen, för­dern die Ver­ein­ten Natio­nen

  1. die Ver­bes­se­rung des Lebens­stan­dards, die Voll­be­schäf­ti­gung und die Vor­aus­set­zun­gen für wirt­schaft­li­chen und sozia­len Fort­schritt und Auf­stieg;
  2. die Lösung inter­na­tio­na­ler Pro­ble­me wirt­schaft­li­cher, sozia­ler, gesund­heit­li­cher und ver­wand­ter Art sowie die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf den Gebie­ten der Kul­tur und der Erzie­hung;
  3. die all­ge­mei­ne Ach­tung und Ver­wirk­li­chung der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten für alle ohne Unter­schied der Ras­se, des Geschlechts, der Spra­che oder der Reli­gi­on.

 

Arti­kel 56

Alle Mit­glied­staa­ten ver­pflich­ten sich, gemein­sam und jeder für sich mit der Orga­ni­sa­ti­on zusam­men­zu­ar­bei­ten, um die in Arti­kel 55 dar­ge­leg­ten Zie­le zu errei­chen.

 

Arti­kel 57

(1) Die ver­schie­de­nen durch zwi­schen­staat­li­che Über­ein­künf­te errich­te­ten Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, die auf den Gebie­ten der Wirt­schaft, des Sozi­al­we­sens, der Kul­tur, der Erzie­hung, der Gesund­heit und auf ver­wand­ten Gebie­ten weit­rei­chen­de, in ihren maß­ge­ben­den Urkun­den umschrie­be­ne inter­na­tio­na­le Auf­ga­ben zu erfül­len haben, wer­den gemäß Arti­kel 63 mit den Ver­ein­ten Natio­nen in Bezie­hung gebracht.

(2) Die­se mit den Ver­ein­ten Natio­nen in Bezie­hung gebrach­ten Orga­ni­sa­tio­nen sind im fol­gen­den als „Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen“ bezeich­net.

 

Arti­kel 58

Die Orga­ni­sa­ti­on gibt Emp­feh­lun­gen ab, um die Bestre­bun­gen und Tätig­kei­ten die­ser Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen zu koor­di­nie­ren.

 

Arti­kel 59

Die Orga­ni­sa­ti­on ver­an­laßt gege­be­nen­falls zwi­schen den in Betracht kom­men­den Staa­ten Ver­hand­lun­gen zur Errich­tung neu­er Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, soweit sol­che zur Ver­wirk­li­chung der in Arti­kel 55 dar­ge­leg­ten Zie­le erfor­der­lich sind.

 

Arti­kel 60

Für die Wahr­neh­mung der in die­sem Kapi­tel genann­ten Auf­ga­ben der Orga­ni­sa­ti­on sind die Gene­ral­ver­samm­lung und unter ihrer Auto­ri­tät der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat ver­ant­wort­lich; die­ser besitzt zu die­sem Zweck die ihm in Kapi­tel X zuge­wie­se­nen Befug­nis­se.

 

KAPITEL X — Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat[↑]

– Zusam­men­set­zung[↑]

Arti­kel 61

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat besteht aus vier­und­fünf­zig von der Gene­ral­ver­samm­lung gewähl­ten Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen.

(2) Vor­be­halt­lich des Absat­zes 3 wer­den all­jähr­lich acht­zehn Mit­glie­der des Wirt­schafts­und Sozi­al­rats für drei Jah­re gewählt. Ein aus­schei­den­des Mit­glied kann unmit­tel­bar wie­der­ge­wählt wer­den.

(3) Bei der ers­ten Wahl, die nach Erhö­hung der Zahl der Rats­mit­glie­der von sie­ben­und­zwan­zig auf vier­und­fünf­zig statt­fin­det, wer­den zusätz­lich zu den Mit­glie­dern, die anstel­le der neun Mit­glie­der gewählt wer­den, deren Amts­zeit mit dem betref­fen­den Jahr endet, sie­ben­und­zwan­zig wei­te­re Mit­glie­der des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats gewählt. Die Amts­zeit von neun die­ser sie­ben­und­zwan­zig zusätz­li­chen Mit­glie­der endet nach einem Jahr, die­je­ni­ge von neun wei­te­ren Mit­glie­dern nach zwei Jah­ren; das Nähe­re regelt die Gene­ral­ver­samm­lung.

(4) Jedes Mit­glied des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats hat in die­sem einen Ver­tre­ter. Auf­ga­ben und Befug­nis­se

 

Arti­kel 62

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann über inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten auf den Gebie­ten der Wirt­schaft, des Sozi­al­we­sens, der Kul­tur, der Erzie­hung, der Gesund­heit und auf ver­wand­ten Gebie­ten Unter­su­chun­gen durch­füh­ren oder bewir­ken sowie Berich­te abfas­sen oder ver­an­las­sen; er kann zu jeder der­ar­ti­gen Ange­le­gen­heit an die Gene­ral­ver­samm­lung, die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen und die in Betracht kom­men­den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen Emp­feh­lun­gen rich­ten.

(2) Er kann Emp­feh­lun­gen abge­ben, um die Ach­tung und Ver­wirk­li­chung der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten für alle zu för­dern.

(3) Er kann über Ange­le­gen­hei­ten, für die er zustän­dig ist, Über­ein­kom­men ent­wer­fen und der Gene­ral­ver­samm­lung vor­le­gen.

(4) Er kann nach den von den Ver­ein­ten Natio­nen fest­ge­setz­ten Regeln inter­na­tio­na­le Kon­fe­ren­zen über Ange­le­gen­hei­ten ein­be­ru­fen, für die er zustän­dig ist.

 

Arti­kel 63

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann mit jeder der in Arti­kel 57 bezeich­ne­ten Orga­ni­sa­tio­nen Abkom­men schlie­ßen, in denen die Bezie­hun­gen der betref­fen­den Orga­ni­sa­ti­on zu den Ver­ein­ten Natio­nen gere­gelt wer­den. Die­se Abkom­men bedür­fen der Geneh­mi­gung durch die Gene­ral­ver­samm­lung.

(2) Er kann die Tätig­keit der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen koor­di­nie­ren, indem er Kon­sul­ta­tio­nen mit ihnen führt und an sie, an die Gene­ral­ver­samm­lung und die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen Emp­feh­lun­gen rich­tet.

 

Arti­kel 64

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann geeig­ne­te Schrit­te unter­neh­men, um von den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen regel­mä­ßig Berich­te zu erhal­ten. Er kann mit den Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen und mit den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen Abma­chun­gen tref­fen, um Berich­te über die Maß­nah­men zu erhal­ten, die zur Durch­füh­rung sei­ner Emp­feh­lun­gen und der Emp­feh­lun­gen der Gene­ral­ver­samm­lung über Ange­le­gen­hei­ten getrof­fen wer­den, für die er zustän­dig ist.

(2) Er kann der Gene­ral­ver­samm­lung sei­ne Bemer­kun­gen zu die­sen Berich­ten mit­tei­len.

 

Arti­kel 65

Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann dem Sicher­heits­rat Aus­künf­te ertei­len und ihn auf des­sen Ersu­chen unter­stüt­zen.

 

Arti­kel 66

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat nimmt alle Auf­ga­ben wahr, für die er im Zusam­men­hang mit der Durch­füh­rung von Emp­feh­lun­gen der Gene­ral­ver­samm­lung zustän­dig ist.

(2) Er kann mit Geneh­mi­gung der Gene­ral­ver­samm­lung alle Diens­te leis­ten, um die ihn Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen oder Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen ersu­chen.

(3) Er nimmt alle sons­ti­gen Auf­ga­ben wahr, die ihm in die­ser Char­ta oder durch die Gene­ral­ver­samm­lung zuge­wie­sen wer­den.

 

– Abstim­mung[↑]

Arti­kel 67

(1) Jedes Mit­glied des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats hat eine Stim­me.

(2) Beschlüs­se des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats bedür­fen der Mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Mit­glie­der.

– Ver­fah­ren[↑]

Arti­kel 68

Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat setzt Kom­mis­sio­nen für wirt­schaft­li­che und sozia­le Fra­gen und für die För­de­rung der Men­schen­rech­te sowie alle sons­ti­gen zur Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben erfor­der­li­chen Kom­mis­sio­nen ein.

 

Arti­kel 69

Behan­delt der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat eine Ange­le­gen­heit, die für ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen von beson­de­rem Belang ist, so lädt er es ein, ohne Stimm­recht an sei­nen Bera­tun­gen teil­zu­neh­men.

 

Arti­kel 70

Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann Abma­chun­gen dahin­ge­hend tref­fen, daß Ver­tre­ter der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen ohne Stimm­recht an sei­nen Bera­tun­gen und an den Bera­tun­gen der von ihm ein­ge­setz­ten Kom­mis­sio­nen teil­neh­men und daß sei­ne eige­nen Ver­tre­ter an den Bera­tun­gen der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen teil­neh­men.

 

Arti­kel 71

Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat kann geeig­ne­te Abma­chun­gen zwecks Kon­sul­ta­ti­on mit nicht­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen tref­fen, die sich mit Ange­le­gen­hei­ten sei­ner Zustän­dig­keit befas­sen. Sol­che Abma­chun­gen kön­nen mit inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen und, soweit ange­bracht, nach Kon­sul­ta­ti­on des betref­fen­den Mit­glieds der Ver­ein­ten Natio­nen auch mit natio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen getrof­fen wer­den.

 

Arti­kel 72

(1) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat gibt sich eine Geschäfts­ord­nung; in dies er regelt er auch das Ver­fah­ren für die Wahl sei­nes Prä­si­den­ten.

(2) Der Wirt­schafts- und Sozi­al­rat tritt nach Bedarf gemäß sei­ner Geschäfts­ord­nung zusam­men; in die­ser ist auch die Ein­be­ru­fung von Sit­zun­gen auf Antrag der Mehr­heit sei­ner Mit­glie­der vor­zu­se­hen.

 

KAPITEL XI — Erklä­rung über Hoheits­ge­bie­te ohne Selbst­re­gie­rung[↑]

Arti­kel 73

Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen, wel­che die Ver­ant­wor­tung für die Ver­wal­tung von Hoheits­ge­bie­ten haben oder über­neh­men, deren Völ­ker noch nicht die vol­le Selbst­re­gie­rung erreicht haben, beken­nen sich zu dem Grund­satz, daß die Inter­es­sen der Ein­woh­ner die­ser Hoheits­ge­bie­te Vor­rang haben; sie über­neh­men als hei­li­gen Auf­trag die Ver­pflich­tung, im Rah­men des durch die­se Char­ta errich­te­ten Sys­tems des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit das Wohl die­ser Ein­woh­ner aufs äußers­te zu för­dern; zu die­sem Zweck ver­pflich­ten sie sich,

  1. den poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len und erzie­he­ri­schen Fort­schritt, die gerech­te Behand­lung und den Schutz die­ser Völ­ker gegen Miß­bräu­che unter gebüh­ren­der Ach­tung vor ihrer Kul­tur zu gewähr­leis­ten;
  2. die Selbst­re­gie­rung zu ent­wi­ckeln, die poli­ti­schen Bestre­bun­gen die­ser Völ­ker gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen und sie bei der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung ihrer frei­en poli­ti­schen Ein­rich­tun­gen zu unter­stüt­zen, und zwar je nach den beson­de­ren Ver­hält­nis­sen jedes Hoheits­ge­biets, sei­ner Bevöl­ke­rung und deren jewei­li­ger Ent­wick­lungs­stu­fe;
  3. den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu fes­ti­gen;
  4. Auf­bau- und Ent­wick­lungs­maß­nah­men zu för­dern, die For­schungs­tä­tig­keit zu unter­stüt­zen sowie mit­ein­an­der und gege­be­nen­falls mit inter­na­tio­na­len Fach­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men­zu­ar­bei­ten, um die in die­sem Arti­kel dar­ge­leg­ten sozia­len, wirt­schaft­li­chen und wis­sen­schaft­li­chen Zie­le zu ver­wirk­li­chen;
  5. dem Gene­ral­se­kre­tär mit der durch die Rück­sicht­nah­me auf Sicher­heit und Ver­fas­sung gebo­te­nen Ein­schrän­kung zu sei­ner Unter­rich­tung regel­mä­ßig sta­tis­ti­sche und sons­ti­ge Infor­ma­tio­nen tech­ni­scher Art über das Wirt­schafts-, Sozi­al- und Erzie­hungs­we­sen in den nicht unter die Kapi­tel XII und XIII fal­len­den Hoheits­ge­bie­ten zu über­mit­teln, für die sie ver­ant­wort­lich sind.

 

Arti­kel 74

Die Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen sind sich fer­ner dar­in einig, daß die Poli­tik, die sie für die unter die­ses Kapi­tel fal­len­den Hoheits­ge­bie­te ver­fol­gen, nicht min­der auf dem all­ge­mei­nen Grund­satz der guten Nach­bar­schaft in sozia­len, wirt­schaft­li­chen und Han­dels­an­ge­le­gen­hei­ten beru­hen muß als die Poli­tik, die sie für ihr Mut­ter­land ver­fol­gen; hier­bei sind die Inter­es­sen und das Wohl der übri­gen Welt gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen.

 

KAPITEL XII — Das inter­na­tio­na­le Treu­hand­sys­tem[↑]

Arti­kel 75

Die Ver­ein­ten Natio­nen errich­ten unter ihrer Auto­ri­tät ein inter­na­tio­na­les Treu­hand­sys­tem für die Ver­wal­tung und Beauf­sich­ti­gung der Hoheits­ge­bie­te, die auf Grund spä­te­rer Ein­zel­ab­kom­men in die­ses Sys­tem ein­be­zo­gen wer­den. Die­se Hoheits­ge­bie­te wer­den im fol­gen­den als Treu­hand­ge­bie­te bezeich­net.

 

Arti­kel 76

Im Ein­klang mit den in Arti­kel 1 die­ser Char­ta dar­ge­leg­ten Zie­len der Ver­ein­ten Natio­nen dient das Treu­hand­sys­tem haupt­säch­lich fol­gen­den Zwe­cken:

  1. den Welt­frie­den und die inter­na­tio­na­le Sicher­heit zu fes­ti­gen;
  2. den poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len und erzie­he­ri­schen Fort­schritt der Ein­woh­ner der Treu­hand­ge­bie­te und ihre fort­schrei­ten­de Ent­wick­lung zur Selbst­re­gie­rung oder Unab­hän­gig­keit so zu för­dern, wie es den beson­de­ren Ver­hält­nis­sen eines jeden die­ser Hoheits­ge­bie­te und sei­ner Bevöl­ke­rung sowie deren frei geäu­ßer­ten Wün­schen ent­spricht und in dem dies­be­züg­li­chen Treu­hand­ab­kom­men vor­ge­se­hen ist;
  3. die Ach­tung vor den Men­schen­rech­ten und Grund­frei­hei­ten für alle ohne Unter­schied der Ras­se, des Geschlechts, der Spra­che oder der Reli­gi­on zu för­dern und das Bewußt­sein der gegen­sei­ti­gen Abhän­gig­keit der Völ­ker der Welt zu stär­ken;
  4. die Gleich­be­hand­lung aller Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen und ihrer Staats­an­ge­hö­ri­gen in sozia­len, wirt­schaft­li­chen und Han­dels­an­ge­le­gen­hei­ten sowie die Gleich­be­hand­lung die­ser Staats­an­ge­hö­ri­gen in der Rechts­pfle­ge sicher­zu­stel­len, ohne jedoch die Ver­wirk­li­chung der vor­ge­nann­ten Zwe­cke zu beein­träch­ti­gen; Arti­kel 80 bleibt unbe­rührt.

 

Arti­kel 77

(1) Das Treu­hand­sys­tem fin­det auf die zu den fol­gen­den Grup­pen gehö­ren­den Hoheits­ge­bie­te Anwen­dung, soweit sie auf Grund von Treu­hand­ab­kom­men in die­ses Sys­tem ein­be­zo­gen wer­den:

  1. gegen­wär­tig bestehen­de Man­dats­ge­bie­te;
  2. Hoheits­ge­bie­te, die infol­ge des Zwei­ten Welt­kriegs von Feind­staa­ten abge­trennt wer­den;
  3. Hoheits­ge­bie­te, die von den für ihre Ver­wal­tung ver­ant­wort­li­chen Staa­ten frei­wil­lig in das Sys­tem ein­be­zo­gen wer­den.

(2) Die Fest­stel­lung, wel­che Hoheits­ge­bie­te aus den genann­ten Grup­pen in das Treu­hand­sys­tem ein­be­zo­gen wer­den und wel­che Bestim­mun­gen hier­für gel­ten, bleibt einer spä­te­ren Über­ein­kunft vor­be­hal­ten.

 

Arti­kel 78

Das Treu­hand­sys­tem fin­det kei­ne Anwen­dung auf Hoheits­ge­bie­te, die Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen gewor­den sind; die Bezie­hun­gen zwi­schen Mit­glie­dern beru­hen auf der Ach­tung des Grund­sat­zes der sou­ve­rä­nen Gleich­heit.

 

Arti­kel 79

Für jedes in das Treu­hand­sys­tem ein­zu­be­zie­hen­de Hoheits­ge­biet wer­den die Treu­hand­be­stim­mun­gen ein­schließ­lich aller ihrer Ände­run­gen und Ergän­zun­gen von den unmit­tel­bar betei­lig­ten Staa­ten, zu denen bei Man­dats­ge­bie­ten eines Mit­glieds der Ver­ein­ten Natio­nen auch die Man­dats­macht zählt, in Form eines Abkom­mens ver­ein­bart; sie bedür­fen der Geneh­mi­gung nach den Arti­keln 83 und 85.

 

Arti­kel 80

(1) Soweit in ein­zel­nen, auf Grund der Arti­kel 77, 79 und 81 geschlos­se­nen Treu­hand­ab­kom­men zur Ein­be­zie­hung eines Treu­hand­ge­biets in das Treu­hand­sys­tem nichts ande­res ver­ein­bart wird und solan­ge der­ar­ti­ge Abkom­men noch nicht geschlos­sen sind, ist die­ses Kapi­tel nicht so aus­zu­le­gen, als ände­re es unmit­tel­bar oder mit­tel­bar die Rech­te von Staa­ten oder Völ­kern oder in Kraft befind­li­che inter­na­tio­na­le Über­ein­künf­te, deren Ver­trags­par­tei­en Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen sind.

(2) Aus Absatz 1 kann kei­ne Recht­fer­ti­gung dafür abge­lei­tet wer­den, Ver­hand­lun­gen über Abkom­men zu der in Arti­kel 77 vor­ge­se­he­nen Ein­be­zie­hung von Man­dats­ge­bie­ten und sons­ti­gen Hoheits­ge­bie­ten in das Treu­hand­sys­tem oder den Abschluß sol­cher Abkom­men zu ver­zö­gern oder auf­zu­schie­ben.

 

Arti­kel 81

Jedes Treu­hand­ab­kom­men ent­hält die Bestim­mun­gen, nach denen das Treu­hand­ge­biet zu ver­wal­ten ist, und bezeich­net die ver­wal­ten­de Obrig­keit. Die­se, im fol­gen­den als „Ver­wal­tungs­macht“ bezeich­net, kann ein Staat oder eine Staa­ten­grup­pe oder die Orga­ni­sa­ti­on selbst sein.

 

Arti­kel 82

Jedes Treu­hand­ab­kom­men kann eine oder meh­re­re stra­te­gi­sche Zonen bezeich­nen, die das gan­ze Treu­hand­ge­biet, für wel­ches das Abkom­men gilt, oder einen Teil davon umfas­sen; Son­der­ab­kom­men nach Arti­kel 43 blei­ben unbe­rührt.

 

Arti­kel 83

(1) Alle Auf­ga­ben der Ver­ein­ten Natio­nen in bezug auf stra­te­gi­sche Zonen, ein­schließ­lich der Geneh­mi­gung der Treu­hand­ab­kom­men sowie ihrer Ände­run­gen und Ergän­zun­gen, nimmt der Sicher­heits­rat wahr.

(2) Die in Arti­kel 76 dar­ge­leg­ten Haupt­zwe­cke gel­ten auch für die Bevöl­ke­rung jeder stra­te­gi­schen Zone.

(3) Unter Beach­tung der Treu­hand­ab­kom­men nimmt der Sicher­heits­rat vor­be­halt­lich der Sicher­heits­er­for­der­nis­se die Unter­stüt­zung des Treu­hand­rats in Anspruch, um im Rah­men des Treu­hand­sys­tems die­je­ni­gen Auf­ga­ben der Ver­ein­ten Natio­nen wahr­zu­neh­men, die poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, sozia­le und erzie­he­ri­sche Ange­le­gen­hei­ten in den stra­te­gi­schen Zonen betref­fen.

 

Arti­kel 84

Die Ver­wal­tungs­macht hat die Pflicht, dafür zu sor­gen, daß das Treu­hand­ge­biet sei­nen Bei­trag zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit leis­tet. Zu die­sem Zweck kann sie frei­wil­li­ge Streit­kräf­te, Erleich­te­run­gen und Bei­stand von dem Treu­hand­ge­biet in Anspruch neh­men, um die Ver­pflich­tun­gen zu erfül­len, die sie in die­ser Hin­sicht gegen­über dem Sicher­heits­rat über­nom­men hat, und um die ört­li­che Ver­tei­di­gung und die Auf­recht­erhal­tung von Recht und Ord­nung inner­halb des Treu­hand­ge­biets sicher­zu­stel­len.

 

Arti­kel 85

(1) Die Auf­ga­ben der Ver­ein­ten Natio­nen in bezug auf Treu­hand­ab­kom­men für alle nicht als stra­te­gi­sche Zonen bezeich­ne­ten Gebie­te, ein­schließ­lich der Geneh­mi­gung der Treu­hand­ab­kom­men sowie ihrer Ände­run­gen und Ergän­zun­gen, wer­den von der Gene­ral­ver­samm­lung wahr­ge­nom­men.

(2) Bei der Durch­füh­rung die­ser Auf­ga­ben wird die Gene­ral­ver­samm­lung von dem unter ihrer Auto­ri­tät han­deln­den Treu­hand­rat unter­stützt.

 

KAPITEL XIII — Der Treu­hand­rat[↑]

– Zusam­men­set­zung[↑]

Arti­kel 86

(1) Der Treu­hand­rat besteht aus fol­gen­den Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen:

  1. den Mit­glie­dern, die Treu­hand­ge­bie­te ver­wal­ten;
  2. den in Arti­kel 23 nament­lich auf­ge­führ­ten Mit­glie­dern, soweit sie kei­ne Treu­hand­ge­bie­te ver­wal­ten;
  3. so vie­len wei­te­ren von der Gene­ral­ver­samm­lung für je drei Jah­re gewähl­ten Mit­glie­dern, wie erfor­der­lich sind, damit der Treu­hand­rat ins­ge­samt zur Hälf­te aus Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen besteht, die Treu­hand­ge­bie­te ver­wal­ten, und zur Hälf­te aus sol­chen, die kei­ne ver­wal­ten.

(2) Jedes Mit­glied des Treu­hand­rats bestellt eine beson­ders geeig­ne­te Per­son zu sei­nem Ver­tre­ter im Treu­hand­rat.

– Auf­ga­ben und Befug­nis­se[↑]

Arti­kel 87

Die Gene­ral­ver­samm­lung und unter ihrer Auto­ri­tät der Treu­hand­rat kön­nen bei der Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben

  1. von der Ver­wal­tungs­macht vor­ge­leg­te Berich­te prü­fen;
  2. Gesu­che ent­ge­gen­neh­men und sie in Kon­sul­ta­ti­on mit der Ver­wal­tungs­macht prü­fen;
  3. regel­mä­ßi­ge Berei­sun­gen der ein­zel­nen Treu­hand­ge­bie­te ver­an­las­sen, deren Zeit­punkt mit der Ver­wal­tungs­macht ver­ein­bart wird;
  4. die­se und sons­ti­ge Maß­nah­men in Über­ein­stim­mung mit den Treu­hand­ab­kom­men tref­fen.

 

Arti­kel 88

Der Treu­hand­rat arbei­tet einen Fra­ge­bo­gen über den poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, sozia­len und erzie­he­ri­schen Fort­schritt der Ein­woh­ner jedes Treu­hand­ge­biets aus; die Ver­wal­tungs­macht jedes Treu­hand­ge­biets, für das die Gene­ral­ver­samm­lung zustän­dig ist, erstat­tet die­ser auf Grund des Fra­ge­bo­gens all­jähr­lich Bericht.

 

– Abstim­mung[↑]

Arti­kel 89

(1) Jedes Mit­glied des Treu­hand­rats hat eine Stim­me.

(2) Beschlüs­se des Treu­hand­rats bedür­fen der Mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Mit­glie­der.

 

– Ver­fah­ren[↑]

Arti­kel 90

(1) Der Treu­hand­rat gibt sich eine Geschäfts­ord­nung; in die­ser regelt er auch das Ver­fah­ren für die Wahl sei­nes Prä­si­den­ten.

(2) Der Treu­hand­rat tritt nach Bedarf gemäß sei­ner Geschäfts­ord­nung zusam­men; in die­ser ist auch die Ein­be­ru­fung von Sit­zun­gen auf Antrag der Mehr­heit sei­ner Mit­glie­der vor­zu­se­hen.

 

Arti­kel 91

Der Treu­hand­rat nimmt gege­be­nen­falls die Unter­stüt­zung des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats und der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen in Ange­le­gen­hei­ten in Anspruch, für die sie zustän­dig sind.

 

KAPITEL XIV — Der Inter­na­tio­na­le Gerichts­hof[↑]

Arti­kel 92

Der Inter­na­tio­na­le Gerichts­hof ist das Haupt­recht­spre­chungs­or­gan der Ver­ein­ten Natio­nen. Er nimmt sei­ne Auf­ga­ben nach Maß­ga­be des bei­ge­füg­ten Sta­tuts wahr, das auf dem Sta­tut des Stän­di­gen Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs beruht und Bestand­teil die­ser Char­ta ist.

 

Arti­kel 93

(1) Alle Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen sind ohne wei­te­res Ver­trags­par­tei­en des Sta­tuts des Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs.

(2) Ein Staat, der nicht Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen ist, kann zu Bedin­gun­gen, wel­che die Gene­ral­ver­samm­lung jeweils auf Emp­feh­lung des Sicher­heits­rats fest­setzt, Ver­trags­par­tei des Sta­tuts des Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs wer­den.

 

Arti­kel 94

(1) Jedes Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen ver­pflich­tet sich, bei jeder Strei­tig­keit, in der es Par­tei ist, die Ent­schei­dung des Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs zu befol­gen.

(2) Kommt eine Streit­par­tei ihren Ver­pflich­tun­gen aus einem Urteil des Gerichts­hofs nicht nach, so kann sich die ande­re Par­tei an den Sicher­heits­rat wen­den; die­ser kann, wenn er es für erfor­der­lich hält, Emp­feh­lun­gen abge­ben oder Maß­nah­men beschlie­ßen, um dem Urteil Wirk­sam­keit zu ver­schaf­fen.

 

Arti­kel 95

Die­se Char­ta schließt nicht aus, daß Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen auf Grund bestehen­der oder künf­ti­ger Abkom­men die Bei­le­gung ihrer Strei­tig­kei­ten ande­ren Gerich­ten zuwei­sen.

 

Arti­kel 96

(1) Die Gene­ral­ver­samm­lung oder der Sicher­heits­rat kann über jede Rechts­fra­ge ein Gut­ach­ten des Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs anfor­dern.

(2) Ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen und Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen kön­nen mit jewei­li­ger Ermäch­ti­gung durch die Gene­ral­ver­samm­lung eben­falls Gut­ach­ten des Gerichts­hofs über Rechts­fra­gen anfor­dern, die sich in ihrem Tätig­keits­be­reich stel­len.

 

KAPITEL XV — Das Sekre­ta­ri­at[↑]

Arti­kel 97

Das Sekre­ta­ri­at besteht aus einem Gene­ral­se­kre­tär und den sons­ti­gen von der Orga­ni­sa­ti­on benö­tig­ten Bediens­te­ten. Der Gene­ral­se­kre­tär wird auf Emp­feh­lung des Sicher­heits­rats von der Gene­ral­ver­samm­lung ernannt. Er ist der höchs­te Ver­wal­tungs­be­am­te der Orga­ni­sa­ti­on.

 

Arti­kel 98

Der Gene­ral­se­kre­tär ist in die­ser Eigen­schaft bei allen Sit­zun­gen der Gene­ral­ver­samm­lung, des Sicher­heits­rats, des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats und des Treu­hand­rats tätig und nimmt alle sons­ti­gen ihm von die­sen Orga­nen zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben wahr. Er erstat­tet der Gene­ral­ver­samm­lung all­jähr­lich über die Tätig­keit der Orga­ni­sa­ti­on Bericht.

 

Arti­kel 99

Der Gene­ral­se­kre­tär kann die Auf­merk­sam­keit des Sicher­heits­rats auf jede Ange­le­gen­heit len­ken, die nach sei­nem Dafür­hal­ten geeig­net ist, die Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit zu gefähr­den.

 

Arti­kel 100

(1) Der Gene­ral­se­kre­tär und die sons­ti­gen Bediens­te­ten dür­fen bei der Wahr­neh­mung ihrer Pflich­ten von einer Regie­rung oder von einer Auto­ri­tät außer­halb der Orga­ni­sa­ti­on Wei­sun­gen weder erbit­ten noch ent­ge­gen­neh­men. Sie haben jede Hand­lung zu unter­las­sen, die ihrer Stel­lung als inter­na­tio­na­le, nur der Orga­ni­sa­ti­on ver­ant­wort­li­che Bediens­te­te abträg­lich sein könn­te.

(2) Jedes Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen ver­pflich­tet sich, den aus­schließ­lich inter­na­tio­na­len Cha­rak­ter der Ver­ant­wor­tung des Gene­ral­se­kre­tärs und der sons­ti­gen Bediens­te­ten zu ach­ten und nicht zu ver­su­chen, sie bei der Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben zu beein­flus­sen.

 

Arti­kel 101

(1) Die Bediens­te­ten wer­den vom Gene­ral­se­kre­tär im Ein­klang mit Rege­lun­gen ernannt, wel­che die Gene­ral­ver­samm­lung erläßt.

(2) Dem Wirt­schafts- und Sozi­al­rat, dem Treu­hand­rat und erfor­der­li­chen­falls ande­ren Orga­nen der Ver­ein­ten Natio­nen wer­den geeig­ne­te stän­di­ge Bediens­te­te zuge­teilt. Sie gehö­ren dem Sekre­ta­ri­at an.

(3) Bei der Ein­stel­lung der Bediens­te­ten und der Rege­lung ihres Dienst­ver­hält­nis­ses gilt als aus­schlag­ge­bend der Gesichts­punkt, daß es not­wen­dig ist, ein Höchst­maß an Leis­tungs­fä­hig­keit, fach­li­cher Eig­nung und Ehren­haf­tig­keit zu gewähr­leis­ten. Der Umstand, daß es wich­tig ist, die Aus­wahl der Bediens­te­ten auf mög­lichst brei­ter geo­gra­phi­scher Grund­la­ge vor­zu­neh­men, ist gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen.

 

KAPITEL XVI — Ver­schie­de­nes[↑]

Arti­kel 102

(1) Alle Ver­trä­ge und sons­ti­gen inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te, die ein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen nach dem Inkraft­tre­ten die­ser Char­ta schließt, wer­den so bald wie mög­lich beim Sekre­ta­ri­at regis­triert und von ihm ver­öf­fent­licht.

(2) Wer­den sol­che Ver­trä­ge oder inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te nicht nach Absatz 1 regis­triert, so kön­nen sich ihre Ver­trags­par­tei­en bei einem Organ der Ver­ein­ten Natio­nen nicht auf sie beru­fen.

 

Arti­kel 103

Wider­spre­chen sich die Ver­pflich­tun­gen von Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen aus die­ser Char­ta und ihre Ver­pflich­tun­gen aus ande­ren inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten, so haben die Ver­pflich­tun­gen aus die­ser Char­ta Vor­rang.

 

Arti­kel 104

Die Orga­ni­sa­ti­on genießt im Hoheits­ge­biet jedes Mit­glieds die Rechts- und Geschäfts­fä­hig­keit, die zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben und zur Ver­wirk­li­chung ihrer Zie­le erfor­der­lich ist.

 

Arti­kel 105

(1) Die Orga­ni­sa­ti­on genießt im Hoheits­ge­biet jedes Mit­glieds die Vor­rech­te und Immu­ni­tä­ten, die zur Ver­wirk­li­chung ihrer Zie­le erfor­der­lich sind.

(2) Ver­tre­ter der Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen und Bediens­te­te der Orga­ni­sa­ti­on genie­ßen eben­falls die Vor­rech­te und Immu­ni­tä­ten, deren sie bedür­fen, um ihre mit der Orga­ni­sa­ti­on zusam­men­hän­gen­den Auf­ga­ben in vol­ler Unab­hän­gig­keit wahr­neh­men zu kön­nen.

(3) Die Gene­ral­ver­samm­lung kann Emp­feh­lun­gen abge­ben, um die Anwen­dung der Absät­ze 1 und 2 im ein­zel­nen zu regeln, oder sie kann den Mit­glie­dern der Ver­ein­ten Natio­nen zu die­sem Zweck Über­ein­kom­men vor­schla­gen.

 

KAPITEL XVII — Über­gangs­be­stim­mun­gen betref­fend die Sicher­heit[↑]

 

Arti­kel 106

Bis das Inkraft­tre­ten von Son­der­ab­kom­men der in Arti­kel 43 bezeich­ne­ten Art den Sicher­heits­rat nach sei­ner Auf­fas­sung befä­higt, mit der Aus­übung der ihm in Arti­kel 42 zuge­wie­se­nen Ver­ant­wort­lich­kei­ten zu begin­nen, kon­sul­tie­ren die Par­tei­en der am 30. Okto­ber 1943 in Mos­kau unter­zeich­ne­ten Vier­mäch­te-Erklä­rung und Frank­reich nach Absatz 5 die­ser Erklä­rung ein­an­der und gege­be­nen­falls ande­re Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen, um gemein­sam alle etwa erfor­der­li­chen Maß­nah­men zur Wah­rung des Welt­frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit im Namen der Orga­ni­sa­ti­on zu tref­fen.

 

Arti­kel 107

Maß­nah­men, wel­che die hier­für ver­ant­wort­li­chen Regie­run­gen als Fol­ge des Zwei­ten Welt­kriegs in bezug auf einen Staat ergrei­fen oder geneh­mi­gen, der wäh­rend die­ses Krie­ges Feind eines Unter­zeich­ner­staats die­ser Char­ta war, wer­den durch die­se Char­ta weder außer Kraft gesetzt noch unter­sagt.

 

KAPITEL XVIII — Ände­run­gen[↑]

Arti­kel 108

Ände­run­gen die­ser Char­ta tre­ten für alle Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen in Kraft, wenn sie mit Zwei­drit­tel­mehr­heit der Mit­glie­der der Gene­ral­ver­samm­lung ange­nom­men und von zwei Drit­teln der Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ein­schließ­lich aller stän­di­gen Mit­glie­der des Sicher­heits­rats nach Maß­ga­be ihres Ver­fas­sungs­rechts rati­fi­ziert wor­den sind.

 

Arti­kel 109

(1) Zur Revi­si­on die­ser Char­ta kann eine All­ge­mei­ne Kon­fe­renz der Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen zusam­men­tre­ten; Zeit­punkt und Ort wer­den durch Beschluß einer Zwei­drit­tel­mehr­heit der Mit­glie­der der Gene­ral­ver­samm­lung und durch Beschluß von neun belie­bi­gen Mit­glie­dern des Sicher­heits­rats bestimmt. Jedes Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen hat auf der Kon­fe­renz eine Stim­me.

(2) Jede Ände­rung die­ser Char­ta, die von der Kon­fe­renz mit Zwei­drit­tel­mehr­heit emp­foh­len wird, tritt in Kraft, sobald sie von zwei Drit­teln der Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ein­schließ­lich aller stän­di­gen Mit­glie­der des Sicher­heits­rats nach Maß­ga­be ihres Ver­fas­sungs­rechts rati­fi­ziert wor­den ist.

(3) Ist eine sol­che Kon­fe­renz nicht vor der zehn­ten Jah­res­ta­gung der Gene­ral­ver­samm­lung nach Inkraft­tre­ten die­ser Char­ta zusam­men­ge­tre­ten, so wird der Vor­schlag, eine sol­che Kon­fe­renz ein­zu­be­ru­fen , auf die Tages­ord­nung jener Tagung gesetzt; die Kon­fe­renz fin­det statt, wenn dies durch Beschluß der Mehr­heit der Mit­glie­der der Gene­ral­ver­samm­lung und durch Beschluß von sie­ben belie­bi­gen Mit­glie­dern des Sicher­heits­rats bestimmt wird.

 

KAPITEL XIX — Rati­fi­zie­rung und Unter­zeich­nung[↑]

Arti­kel 110

(1) Die­se Char­ta bedarf der Rati­fi­zie­rung durch die Unter­zeich­ner­staa­ten nach Maß­ga­be ihres Ver­fas­sungs­rechts.

(2) Die Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­den wer­den bei der Regie­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka hin­ter­legt; die­se noti­fi­ziert jede Hin­ter­le­gung allen Unter­zeich­ner­staa­ten sowie dem Gene­ral­se­kre­tär der Orga­ni­sa­ti­on, sobald er ernannt ist.

(3) Die­se Char­ta tritt in Kraft, sobald die Repu­blik Chi­na, Frank­reich, die Uni­on der Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­bli­ken, das Ver­ei­nig­te König­reich Groß­bri­tan­ni­en und Nord­ir­land und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sowie die Mehr­heit der ande­ren Unter­zeich­ner­staa­ten ihre Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­den hin­ter­legt haben. Die Regie­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka errich­tet sodann über die Hin­ter­le­gung der Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­den ein Pro­to­koll, von dem sie allen Unter­zeich­ner­staa­ten Abschrif­ten über­mit­telt.

(4) Die Unter­zeich­ner­staa­ten die­ser Char­ta, die sie nach ihrem Inkraft­tre­ten rati­fi­zie­ren, wer­den mit dem Tag der Hin­ter­le­gung ihrer Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­de ursprüng­li­che Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen.

 

Arti­kel 111

Die­se Char­ta, deren chi­ne­si­scher, fran­zö­si­scher, rus­si­scher, eng­li­scher und spa­ni­scher Wort­laut glei­cher­ma­ßen ver­bind­lich ist, wird im Archiv der Regie­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka hin­ter­legt. Die­se über­mit­telt den Regie­run­gen der ande­ren Unter­zeich­ner­staa­ten gehö­rig beglau­big­te Abschrif­ten.

ZU URKUND DESSEN
haben die Ver­tre­ter der Regie­run­gen der Ver­ein­ten Natio­nen die­se Char­ta unter­zeich­net.

GESCHEHEN in der Stadt San Fran­zis­co am 26. Juni 1945