Die Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen

Men­schen­rechts­rat

UN-MenschenrechtsratIm Rah­men einer umfas­sen­den Reform hat der Men­schen­rechts­rat die frü­he­re Men­schen­rechts­kom­mis­si­on abge­löst. Er ist seit 2006 für die welt­wei­te Ent­wick­lung und Durch­set­zung der Men­schen­rech­te bei den Ver­ein­ten Natio­nen zustän­dig. Am 15. März 2006 ist die Grün­dung des Men­schen­rechts­ra­tes mit 170 Ja-Stim­men, 3 Ent­hal­tun­gen und 4 Nein-Stim­men (Isra­el, Mar­shall­in­seln, Palau, USA) von der UN-Gene­ral­ver­samm­lung beschlos­sen wor­den. Die ers­ten Mit­glie­der sind am 9. Mai 2006 gewählt wor­den. Sei­ne kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung fand am 19. Juni 2006 statt.

Die Mit­glie­der wer­den mit abso­lu­ter Mehr­heit der Gene­ral­ver­samm­lung für die Dau­er von bis zu drei Jah­ren gewählt. Ins­ge­samt besteht der Rat aus 47 Mit­glie­dern, die nach einem regio­na­len Ver­tei­ler­schlüs­sel aus den ver­schie­de­nen Regio­nal­grup­pen stam­men:
Auf die Regio­nal­grup­pen ent­fal­len fol­gen­de Sit­ze:

 

Afri­ka 13 Sit­ze
Asi­en 13 Sit­ze
Latein­ame­ri­ka und Kari­bik 8 Sit­ze
Ost­eu­ro­pa 6 Sit­ze
West­li­che und ande­re Staa­ten 7 Sit­ze

 

Geführt wird der Men­schen­rechts­rat von einem Prä­si­den­ten und vier Stell­ver­tre­tern.
Die Stel­lung des Men­schen­rechts­ra­tes hat sich im Ver­gleich zu sei­nem Vor­gän­ger, der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on, deut­lich ver­bes­sert. Die Men­schen­rechts­kom­mis­si­on unter­stand dem UN-Wirt­schafts- und Sozi­al­rat und war ihm rechen­schafts­pflich­tig. Dage­gen berich­tet der jet­zi­ge Men­schen­rechts­rat unmit­tel­bar der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen. Sie ist den Aus­schüs­sen der Gene­ral­ver­samm­lung gleich­ge­stellt.

Außer­dem ist — im Ver­gleich zur frü­he­ren Men­schen­rechts­kom­mis­si­on — die jähr­li­che Sit­zungs­zeit von 6 Wochen auf 10 Wochen jähr­lich gestie­gen. Zusätz­lich kann der Men­schen­rechts­rat Son­der­sit­zun­gen ein­be­ru­fen, um schnell auf gra­vie­ren­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu reagie­ren.

Bei sei­ner Arbeit steht dem Rat ein aus 18 Exper­ten bestehen­des Gre­mi­um bera­tend zur Sei­te. Dar­über hin­aus wer­den alle Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen im Rah­men des neu ein­ge­rich­te­ten Ver­fah­rens „Uni­ver­sal Peri­o­dic Review“ („Uni­ver­sel­le peri­odi­sche Über­prü­fung“) regel­mä­ßig im Hin­blick auf ihre men­schen­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen über­prüft. Ist ein Mit­glied des Men­schen­rechts­ra­tes in ekla­tan­te Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ver­strickt, ist es der Gene­ral­ver­samm­lung durch eine Zwei-Drit­tel-Mehr­heit mög­lich, die­ses Mit­glied abzu­wäh­len. Die Mit­glied­schaft eines Staa­tes im Men­schen­rechts­rat ist für nur jeweils zwei direkt auf­ein­an­der fol­gen­de Amts­zei­ten mög­lich.