Die Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen

Men­schen­rechts­ab­kom­men im Über­blick

UN-Gebaude-GenfTrotz der Unver­bind­lich­keit der „All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te“ sind im Lau­fe der Zeit eine impo­nie­ren­de Anzahl an Inter­na­tio­na­len Pak­ten und Über­ein­kom­men von vie­len Staa­ten ver­bind­lich unter­zeich­net und rati­fi­ziert wor­den. Die damit ver­bun­de­nen Ver­pflich­tun­gen und Zie­le sind in regel­mä­ßi­gen Abstän­den von den Ver­trags­staa­ten auch zu doku­men­tie­ren:

  1. Inter­na­tio­na­ler Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te (UN-Zivil­pakt) vom 16.Dezember 1966 (BGBl. 1973 II 1553)
    1. Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te vom 16.Dezember 1966 (BGBl. 1992 II 1246); Das Fakul­ta­tiv­pro­to­koll ist für Deutsch­land am 25. Novem­ber 1993 in Kraft getre­ten; die Bei­tritts­ur­kun­de ist am 25. August 1993 bei dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt wor­den (Bekannt­ma­chung über das Inkraft­tre­ten des Fakul­ta­tiv­pro­to­kolls zum Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te vom 30. Dezem­ber 1993 (BGBl. 1994 II 311).
    2. Zwei­tes Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te zur Abschaf­fung der Todes­stra­fe vom 15.Dezember 1989 (BGBl. 1992 II 390)
  2. Inter­na­tio­na­ler Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (UN-Sozi­al­pakt) vom 16. Dezem­ber 1966
  3. Über­ein­kom­men gegen Fol­ter und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung oder Stra­fe vom 10. Dezem­ber 1984(BGBl. 1990 II S. 246)
    1. Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum Über­ein­kom­men gegen Fol­ter und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung oder Stra­fe vom 18. Dezem­ber 2002
  4. Über­ein­kom­men zur Besei­ti­gung jeder Form von Dis­kri­mi­nie­rung der Frau (CEDAW) vom 18. Dezem­ber 1979
    1. Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum CEDAW vom 6. Okto­ber 1999
  5. Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des (UN-Kinderrechtskonvention)vom 20. Novem­ber 1989, in Deutsch­land in Kraft getre­ten am 5. April 1992 (BGBl. II S.990)
    1. Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des betref­fend die Betei­li­gung von Kin­dern an bewaff­ne­ten Kon­flik­ten vom 25. Mai 2000
    2. Fakul­ta­tiv­pro­to­koll zum Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des betref­fend den Ver­kauf von Kin­dern, die Kin­der­pro­sti­tu­ti­on und die Kin­der­por­no­gra­phie vom 25. Mai 2000
  6. Inter­na­tio­na­les Über­ein­kom­men zur Besei­ti­gung jeder Form von Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung vom 7. März 1966 (BGBl. 1969 II S. 961)
  7. Über­ein­kom­men über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen vom 30. Okto­ber 2006
  8. Inter­na­tio­na­les Über­ein­kom­men zum Schutz aller Per­so­nen vor dem Ver­schwin­den­las­sen vom 20. Dezem­ber 2006
  9. Inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men zum Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer und ihrer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von 1990 (von Deutsch­land nicht rati­fi­ziert)

Das Über­ein­kom­men über die Ver­hü­tung und Bestra­fung des Völ­ker­mor­des (Völ­ker­mord­kon­ven­ti­on) vom 9. Dezem­ber 1948 unter­schei­det sich inso­weit von den ande­ren Über­ein­kom­men, als es hier nicht um die Rech­te ein­zel­ner Indi­vi­du­en wie bei den ande­ren Abkom­men geht, son­dern um gan­ze Völ­ker.

Bemer­kens­wert ist, dass die Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on von fast allen Staa­ten rati­fi­ziert wor­den ist – bis auf Soma­lia und den USA. Dage­gen liegt das Über­ein­kom­men zum Schutz der Rech­te aller Wan­der­ar­beit­neh­mer mit nur 34 Rati­fi­ka­tio­nen weit hin­ter den ande­ren.

Frag­lich ist aller­dings, ob die Anzahl der Rati­fi­ka­tio­nen etwas über den Stel­len­wert der Abkom­men aus­sagt, oder in wie weit die­se Abkom­men auch in den ein­zel­nen Staa­ten eine tat­säch­li­che Umset­zung erfah­ren. Aller­dings ist es schon ein „State­ment“, wenn sich ein Land wie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka wei­gert, sämt­li­chen Ver­trä­gen bei­zu­tre­ten.

Ande­rer­seits gibt es auch Staa­ten, die allen Abkom­men bei­ge­tre­ten sind — mit Aus­nah­me der Wan­der­ar­bei­ter­kon­ven­ti­on (z.B. Deutsch­land). Begrün­det hat die Bun­des­re­pu­blik das mit den bereits im Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te und im Inter­na­tio­na­len Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te nie­der­ge­leg­ten Men­schen­rech­ten, die ohne Aus­nah­me auch für Wan­der­ar­beit­neh­mer gel­ten.