Die Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen

Hoher Kom­mis­sar für Men­schen­rech­te

Der United Nati­ons High Com­mis­sio­ner für Human Rights (UNHCHR), der Hohe Kom­mis­sar der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rech­te, wur­de als Ergeb­nis der Wie­ner Welt­men­schen­rechts­kon­fe­renz von 1993 durch die Reso­lu­ti­on 48/141 der UN-Gene­ral­ver­samm­lung geschaf­fen.

Sitz des UNHCHR in GenfFoto: Albrecht Conz/CC-by-sa

Sitz des UNHCHR in Genf
Foto: Albrecht Conz / CC-by-sa 3.0

Der Hohe Kom­mis­sar für Men­schen­rech­te wur­de von der Gene­ral­ver­samm­lung hoch ange­sie­delt: er hat den Rang eines UN-Unter­ge­ne­ral­se­kre­tärs und ist unmit­tel­bar dem UN-Gene­ral­se­kre­tär unter­stellt. Der Hohe Kom­mis­sar für Men­schen­rech­te wird vom UN-Gene­ral­se­kre­tär nomi­niert und von der UN-Gene­ral­ver­samm­lung bestä­tigt.

Sein Büro, das Office of the High Com­mis­sio­ner for  Human Rights (OHCHR), wur­de — ins­be­son­de­re auch zur Unter­stüt­zung des UN-Men­schen­rechts­rats, mas­siv aus­ge­stat­tet: Das OHCHR mit Sitz in Genf ver­fügt der­zeit über ca. 1.000 Mit­ar­bei­ter und einen Jah­res­etat von 120 Mio. US-$, der nur zu etwa einem Drit­tel durch die UN und im übri­gen durch Spen­den von Regie­run­gen, NGOs und Pri­vat­per­so­nen finan­ziert wird.

Auf­ga­be des Hohen Kom­mis­sar für Men­schen­rech­te­hat ist die welt­wei­te För­de­rung und der welt­wei­te Schut­zes aller zivi­ler, politischer,wirtschaftlicher, sozia­ler und kul­tu­rel­ler Men­schen­rech­te. Hier­zu zäh­len ins­be­son­de­re:

  • die För­de­rung und Koor­di­na­ti­on von Maß­nah­men zur Durch­set­zung der Men­schen­rech­te im Sys­tem der Ver­ein­ten Natio­nen,
  • die Unter­stüt­zung und Über­wa­chung der Arbeit der Men­schen­rechts­or­ga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen
  • die För­de­rung der Rati­fi­zie­rung  und Umset­zung der UN-Men­schen­rechts­ab­kom­men,
  • die Reak­ti­on auf schwe­re Ver­let­zun­gen der Men­schen­rech­te,
  • die Koor­di­na­ti­on vor­beu­gen­der Men­schen­rechts­ak­tio­nen,
  • Unter­stüt­zung bei der Ent­wick­lung neu­er Nor­men in Bezug auf die Men­schen­rech­te,
  • die För­de­rung der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit im Bereich der Men­schen­rech­te,
  • die För­de­rung des Auf­baus natio­na­ler Men­schen­rechts­struk­tu­ren,
  • die Koor­di­na­ti­on der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen,
  • Auf­klä­rung, Bera­tung und tech­ni­sche Hil­fe in Bezug auf die Men­schen­rech­te
  • sowie all­ge­mein:
    • Die För­de­rung der Durch­set­zung der Men­schen­rech­te in der Pra­xis
    • Die Kund­ga­be des Wil­lens der Völ­ker­ge­mein­schaft zur Durch­set­zung der Men­schen­rech­te
    • Die Beto­nung der Bedeu­tung der Men­schen­rech­te im inter­na­tio­na­len und natio­na­len Bereich.

 

Die Ver­ein­ten Natio­nen hat­ten seit der Errich­tung die­ses Amtes durch die 48. Gene­ral­ver­samm­lung sechs Hohe Kom­mis­sa­re für Men­schen­rech­te:

  • von 1994 bis 1997: José Aya­la-Las­so (Ecua­dor),
  • von 1997 bis 2002: Mary Robin­son (Irland),
  • von 2002 bis 2003: Sér­gio Viei­ra de Mel­lo (Bra­si­li­en),
  • inte­rims­mä­ßig von 2003 bis 2004: Bert­rand Ram­cha­ran (Guya­na),
  • von 2004 bis 2008: Loui­se Arbour (Kana­da) und
  • seit Sep­tem­ber 2008: Nava­n­e­them Pil­lay (Süd­afri­ka).